Eilmeldung

Eilmeldung

Pinochet - was er sagte und was er tat

Sie lesen gerade:

Pinochet - was er sagte und was er tat

Schriftgrösse Aa Aa

“Ich habe keine Gewissenbisse. ich habe niemanden ermordet, habe auch keinen Befehl dazu gegeben.” So der alte Augusto Pinochet zu einem Reporter. Sollte er wirklich vergessen haben, was er vor 33 Jahren tat? Santiago im September 1973.

General Pinochet putscht gegen den rechtmäßig gewählten Präsidenten, der ihn erst kurz zuvor zum Oberbefehlhaber des Heeres ernannt hatte. Der Sozialist Salvador Allende zahlt mit dem Leben für den Fehler, auf die Loyalität dieses Generals vertraut zu haben.

Kaum haben die Truppen unter Pinochets Kommando den Präsidentenpalast eingenommen, da beginnt auch schon die Verfolgung Andersdenkender. Im gangen Land werden Anhänger der linken “Unidad Popular” verhaftet. Das Sportstadion in der Hauptstadt wird zur größten Folterlager. Tausende Allende-Anhänger, die den Häschern gerade noch entkommen, fliehen ins Ausland.

In den folgenden 17 Jahren Pinochet-Herrschaft werden mindestens 3.000 Menschen ermordet. Für die Täter erlässt die Junta unter Pinochets Führung 1978 eine Amnestie.

Trotz aller Proteste genießt er nach dem Abschied vom Präsidentenamt 1990 als “Senator auf Lebenszeit” weiterhin Immunität.

Der spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzon ermittelt dennoch – 503 Tage sitzt Pinochet daraufhin ab November 1998 in London fest – Hausarrest.

Kaum ist er zurück in Chile, folgt die nächste Anklage. Diesmal wegen der “Todeskarawane”. Das Wort steht für den Mord an 75 Regimegegnern im Oktober `73 durch eine Spezialeinheit der Armee – auf direkten Befehl von Pinochet.

Wegen “Demenz des Angeklagten” stellt der Oberste Gerichtshof das Verfahren ein. Auch im Fall der “Operation Condor” – einem Komplott südamerikanischer Diktatoren zur Beseitigung ihrer Gegner – kommt Pinochet als “nicht verhandlungsfähig” davon.