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Erneut Militärputsch auf den Fidschi-Inseln

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Erneut Militärputsch auf den Fidschi-Inseln

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Auf den Fidschi-Inseln hat erneut das Militär die Macht übernommen. Es ist der vierte Putsch in den vergangenen zwanzig Jahren. Nach wochenlangen Drohungen umzingelten Soldaten das Haus des Premierministers, die Militärs begründen ihren Putsch damit, dass die Regierung korrupt sei und Konflikte zwischen der Bevölkerungsmehrheit der Ureinwohner Fidschies und der indischstämmigen Einwanderer schüre. Armeechef Frank Bainimarama rief die Bürger auf, ruhig zu bleiben.

Regierungschef Laisena Qarase – der an seinem Amtssitz von Anhängern unterstützt wurde, die für ihn sangen und beteten – kritisierte seinen ehemaligen Weggefährten Bainimarama scharf: “Die Militärs sind eine Schande für unser Land. Alle klar denkenden Bürger sollten sich gegen sie stellen und für unsere Demokratie kämpfen.”

Die politische Krise auf den Fidschi-Inseln beunruhigt vor allem die Nachbarstaaten. Australien schickte drei Kriegsschiffe – für den Fall, dass australische Touristen evakuiert werden müssten. Der australische Regierungschef John Howard schloss ein militärisches Eingreifen, um das ihn Regierungschef Bainimaram gebeten hatte, aber aus. Der Militärputsch ist sicher eine schlechte Nachricht für die Tourismusindustrie. Die Fidschis haben 900 000 Einwohner, und 400 000 Touristen besuchen jährlich die Strände im Westen der Insel – weit weg von der Hauptstadt Suva.