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Litwinenko: Russische Behörden verweigern Auslieferung möglicher Verdächtiger

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Litwinenko: Russische Behörden verweigern Auslieferung möglicher Verdächtiger

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In Moskau haben die britischen Fahnder die Ermittlungen im Fall Litwinenko aufgenommen – und sofort wurden ihnen enge Grenzen gesetzt. Die russischen Behörden betonten ihre Kooperationsbereitschaft – indem sie die Ermittler bei allen Schritten begleiten wollen.

Wichtige Zeugen bekommen die Fahnder gar nicht erst zu Gesicht: So haben sie nicht die Erlaubnis, den ehemaligen Agenten Michail Trepaschkin zu befragen, der zur Zeit eine Freiheitsstrafe absitzt. Dieser hatte in einem Brief behauptet, der Kreml habe eine Agentengruppe gebildet, die Litwinenko töten sollte. Auch ein Treffen mit dem Hauptzeugen Andrej Lugowoi findet nicht statt. Ihn hatte Litwinenko kurz vor seiner Vergiftung getroffen.

Außerdem schloss der Moskauer Generalstaatsanwalt Juri Tschaika aus, Verdächtige nach Großbritannien auszuliefern. Handele es sich um russische Staatsbürger, solle ihnen in Russland der Prozess gemacht werden. Tschaika bezweifelte außerdem, dass das Polonium 210, mit dem der ehemalige Agent und Kremlkritiker vergiftet wurde, aus Russland stammt. Litwinenko hatte kurz vor seinem Tod den russischen Präsidenten für die Tat verantwortlich gemacht. Unterdessen untersuchten die Beamten die britische Botschaft auf radioaktive Spuren. Trotz aller Hindernisse sollen die Ermittler von Scotland Yard so lange in Moskau bleiben, bis die Untersuchungen dort komplett abgeschlossen sind.