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Pinochet geht es besser - mehr Proteste gegen Ex-Diktator in Chile

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Pinochet geht es besser - mehr Proteste gegen Ex-Diktator in Chile

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In Santiago de Chile demonstrieren mehr und mehr Menschen vor dem Militär-Krankenhaus gegen Augusto Pinochet. Dem Ex-Diktator geht es inzwischen besser. Seine Gegner vermuten nun, Pinochet habe den Herzinfarkt nur vorgestäuscht, um der Justiz zu entgehen. Er ist noch immer derselbe Mörder, derselbe Folterer, schrien die Demonstranten. Einige Personen wurden festgenommen. Es kam auch zu Zusammenstössen zwischen Gegnern und Anhängern Pinochets.

Nach dem schweren Herzinfarkt vom Montag befindet sich der ehemalige Machthaber auf dem Weg der Besserung. Der behandelnde Arzt erklärte: “Pinochet ist wach und bei Bewusstsein. Er kommuniziert und hat auch mit dem Erzbischof von Santiago gesprochen, der ihn besucht hat.” Das Berufungsgericht hob den erst vor einer Woche verhängten Hausarrest gegen Pinochet gegen die Zahlung einer Kaution von etwa 1.400 Euro auf.

Pinochets Anwalt sieht seinen Mandaten als Opfer von Verleumdung und Verfolgung, was chilenische Menschenrechtsverteidiger strikt ablehnen. “Pinochet ist nicht das Opfer eines Unglücks oder der Verfolgung seiner Gegner. Er ist der Kriminelle, der die schrecklichsten Verbrechen der Geschichte unseres Landes begangen hat”, erklärte Hugo Gutierrez.

Wegen der während seiner Militärdiktatur begangenen Verbrechen mit mehreren Tausend Toten musste Pinochet noch nie auf die Anklagebank. Ende November feierte er im kleinen Kreis seinen 91. Geburtstag.