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Bagdad: Saddam Hussein nimmt überraschend doch an Völkermord-Prozess teil

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Bagdad: Saddam Hussein nimmt überraschend doch an Völkermord-Prozess teil

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Wider Erwarten ist der irakische Ex-Diktator Saddam Hussein am Mittwoch in Bagdad vor Gericht erschienen. Vor kurzem hatte er in einem Brief an den Richter erklärt, dem Völkermord-Prozess gegen ihn künftig fernbleiben zu wollen. In dem Schreiben beklagte Saddam, dass ihm wiederholt das Wort entzogen worden sei und er daher keine Gelegenheit gehabt habe, seine Rolle in dem Militäreinsatz gegen die Kurden darzustellen.

In dem Verfahren geht es um die Kurden-Verfolgung in den 80er Jahren, bei der bis zu 180.000 Menschen getötet wurden. Bislang wurden rund 70 Zeugen gehört. Die Staatsanwaltschaft hatte am Montag beantragt, die Zeugenvernehmungen einzustellen, um den Prozess zu beschleunigen. Dem Antrag war stattgegeben worden, am Mittwoch revidierte der Richter allerdings seine Entscheidung. Bei einem Schuldspruch droht Saddam Hussein erneut die Todesstrafe. Der Ex-Diktator wurde bereits in einem früheren Prozess wegen des Massakers in der Stadt Dudschail zum Tod durch den Strang verurteilt, legte dagegen jedoch Berufung ein.