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Fall Litwinenko: Scaramella will auspacken

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Fall Litwinenko: Scaramella will auspacken

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Im Fall Litwinenko hat der italienische Geheimdienstexperte schwere Vorwürfe gegen frühere russische Agenten erhoben. Diese seien für die Vergiftung des Kremlkritikers verantwortlich. Der Geheimdienstexperte hatte Litwinenko am Tag seiner Vergiftung in einer Londoner Sushi-Bar getroffen. Mario Scaramella kündigte am Dienstag im italienischen Fernsehen an, weitere Einzelheiten auf den Tisch zu legen. Dabei soll es um Politiker gehen, die Kontakt zu sowjetischen Spionen gehabt hätten.

Währenddessen gehen die britischen Ermittlungen in Moskau nur schleppend voran. Auch nach Einschätzung des russischen Militärexperten Pavel Felgengauer steckt hinter dem mysteriösen Tod eine mächtige Organsation mit Verbindungen zu einem Atomkraftwerk. Dafür spreche die seltene radioaktive Substanz Polonium 210, mit der Litwinenko vergiftet wurde. Dies sei eine Premiere in der Kriminalgeschichte. Felgengauer sagte, es müsse sich eigentlich um die Arbeit einer staatlichen Organisation handeln.

Litwinenkos Tod wirft viele Fragen auf. Bisher brachten die Zeugenbefragungen in Russland keine heiße Spur. Die britischen Ermittler dürfen nur dabei sitzen, während russische Beamte wichtige Zeugen verhören. Um die Arbeitsbedingungen der Briten zu verbessern, will nun Scotland Yard mit der russischen Generalstaatsanwaltschaft verhandeln.