Eilmeldung

Eilmeldung

Fidschi: Armeechef verhängt Ausnahmezustand - Bevölkerung bleibt nach Staatsstreich gelassen

Sie lesen gerade:

Fidschi: Armeechef verhängt Ausnahmezustand - Bevölkerung bleibt nach Staatsstreich gelassen

Schriftgrösse Aa Aa

Einen Tag nach dem unblutigen Militärputsch auf den Fidschi-Inseln ist die Lage weitgehend ruhig. Am Dienstag hatten Soldaten den Ministerpräsidenten gestürzt und das Parlament aufgelöst. Am Mittwoch verhängte der Chef der Armee, der sich zuvor zum Präsidenten ernannt hatte, das Ausnahmerecht über das Land. “Es ist ein trauriger Tag für die Fidschi-Inseln”, sagte die Abgeordnete Lavinia Wainiqolo. “Aber wir müssen abwarten. Niemand außer dem Militär hat derzeit die Macht und wir müssen sehen, was als nächstes passiert.”

Der abgesetzte Ministerpräsident Laisenia Qarase flog aus der Hauptstadt Suva in seine Heimatprovinz Mavana, wo er eine improvisierte Sitzung seines ehemaligen Kabinetts abhielt. Er sagte, er betrachte sich nach wie vor als Regierungchef. Die Armee wirft Qarase vor, die Spannungen zwischen den Ureinwohnern und der indischstämmigen Minderheit zu schüren. Mehrere Politiker riefen aus Protest gegen den Sturz der Regierung zu zivilem Ungehorsam auf. Die wichtigsten Medien des Landes stellten ihre Berichterstattung ein.

Es ist bereits der vierte Staatsstreich auf den Fidschi-Inseln seit 1987. Die Bevölkerung hat sich offenbar bereits daran gewöhnt und reagierte entsprechend gelassen, Banken und Geschäfte waren am Morgen wie jeden Tag geöffnet. Allerdings könnte der Militärputsch Auswirkungen auf den Tourismus haben. Das deutsche Außenministerium riet dazu, nicht nötige Reisen in das Land aufzuschieben. Der deutsche Honorarkonsul beschwichtigte: Wer in die Hotelanlagen im Westen fahre, werde von den politischen Spannungen nichts bemerken, sagte er.