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Libanon-Krise wird zu Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten


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Libanon-Krise wird zu Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten

Der Libanon erlebt seine fünfte Protestnacht in Folge – aufgeheizt durch die Beerdigung eines jungen Schiiten. Er war Sonntagnacht bei Ausschreitungen in einem Sunnitenviertel getötet worden. Angesichts der Unruhen der vergangenen Tage soll der libanesische Armeechef General Michel Souleiman davor gewarnt haben, dass die anhaltenden Proteste sich auf weitere Stadtteile ausbreiten könnten. Sie würden das Land ins Chaos stürzen.

Die Oppositionsanhänger blockieren seit Freitag den Sitz des Ministerpräsidenten. Sie fordern Fuad Sinioras Rücktritt. Aufgerufen zu den Protesten hatten die Schiitenparteien Amal und Hisbollah sowie der Christenführer Michel Aoun.

Aus Solidarität mit der Regierung versammelten sich ebenfalls hunderte Libanesen vor dem Regierungssitz. Dort sind Siniora und mehrere Minister seit Beginn der Proteste blockiert. Einen Rücktritt schließt der Ministerpräsident nach wie vor aus. Er verurteilte den Tod des jungen Schiiten,
dessen Beerdigung von der Opposition zu einer weiteren Protestaktion genutzt wurde.

Die politischen Auseinandersetzungen im Libanon scheinen auch immer mehr zu einem religiösen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten zu werden.

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