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Spannungen im Libanon nehmen zu - Suche nach einer diplomatischen Lösung

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Spannungen im Libanon nehmen zu - Suche nach einer diplomatischen Lösung

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Im Libanon hat die schiitische Hisbollah ihre Proteste gegen die vom Westen gestützte Regierung auch am sechsten Tag in Folge fortgesetzt. Tausende Menschen harren seit Freitag auf dem Platz vor dem Regierungssitz in der Hauptstadt Beirut aus. Sie verlangen den Rücktritt des Ministerpräsidenten Fuad Siniora und seines Kabinetts. Die Opposition hat für Mittwoch auch zur Teilnahme an einer Massendemonstration im Zentrum von Beirut aufgerufen. Mehrere arabische Staaten haben ihre Solidarität mit der sunnitischen Regierung bekräftigt. Die Auseinandersetzungen im Libanon werden immer mehr auch zu einem Machtkampf zwischen Schiiten und Sunniten. In der Nacht kam es erneut zu Zusammenstößen zwischen den beiden Gruppierungen.

Auch beim Begräbnis eines Aktivisten der schiitischen Amal-Bewegung, der am Sonntag erschossen worden war, offenbarten sich die Spannungen. Während Hunderte Regierungsanhänger Siniora ihre Unterstützung zeigten, forderten wütende Trauergäste den Tod des Ministerpräsidenten. Tausende Menschen hatten sich zu der Beerdigung versammelt. Unterdessen wird nach einer diplomatischen Lösung für den Libanon gesucht, um einen neuerlichen Bürgerkrieg zu verhindern. Der Generalsekretär der Arabischen Liga sprach von einem “Funken der Hoffnung” für das Land. Ende Januar ist in Paris eine Konferenz der Geberstaaten für den Libanon geplant – die dritte seit 2001.