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Unruhen in Paraguay wegen mildem Urteil nach Brandkatastrophe

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Unruhen in Paraguay wegen mildem Urteil nach Brandkatastrophe

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In der paraguayischen Hauptstadt ist es nach der Bekanntgabe eines Gerichtsurteils zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Das Urteil gegen drei Verdächtige, die für den Tod an 350 Menschen infolge eines Supermarktbrands zur Rechenschaft gezogen wurden, ist nach Ansicht der Überlebenden und Angehörigen der Opfer zu mild ausgefallen.

Daraufhin brachen Tumulte im Gerichtssaal und auf der Strasse aus, bei denen mindestens 30 Menschen verletzt wurden. Es seien die schlimmsten Unruhen seit sieben Jahren. Die Polizei habe die Situation jedoch unter Kontrolle, erklärte der paraguayische Innenminister.

Der Besitzer des Supermarktes, sein Sohn und ein Sicherheitsbeamter waren angeklagt, die Ausgänge des Supermarktes bei Ausbruch des Feuers 2004 verriegelt zu haben. Sie wurden nun wegen fahrlässiger Tötung zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Erwartet worden war angesichts der zahlreichen Toten und über 400 Verletzten eine Gefängnisstrafe von 25 Jahren für vorsätzliche Tötung.