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EZB erhöht Leitzinsen auf 3,5 Prozent

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EZB erhöht Leitzinsen auf 3,5 Prozent

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Die Europäische Zentralbank hat die Geldzügel erneut angezogen. Die Währungshüter um Jean-Claude Trichet hoben den wichtigsten Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf 3,5 Prozent an. Diese Entscheidung hatte die EZB im November bereits angedeutet.

Das robuste Wachstum und damit die wachsende Inflationsgefahr hatte die Zentralbank im laufenden Jahr zu insgesamt fünf Zinserhöhungen greifen lassen. Die Aufwertung des Euro und die unklare Konjunkturentwicklung sprechen gegen eine weitere rasche Zinsanhebung Anfang 2007. Volkswirte rechnen im kommenden Jahr mit nur noch einer weiteren Erhöhung im Frühjahr.

Vor der Presse in Frankfurt erklärte Trichet, die jüngste Entscheidung trage dazu bei, die mittel- und langfristige Inflationsentwicklung unter Kontrolle zu halten. Die EZB-Geldpolitik werde auch weiterhin angemessen auf die Preisentwicklung reagieren und zugleich die Kreditwirtschaft ausreichend mit Zentralbankgeld versorgen. Die EZB hat die Aufgabe, die Preise im gemeinschaftlichen Währungsraum stabil zu halten. Dieses Ziel definiert die Notenbank bei knapp unter zwei Prozent Inflation. Zuletzt lag die Teuerungsrate deutlich darunter.

Dies dürfte auch im kommenden Jahr so bleiben. Denn die Prognosen von EZB, OECD und Internationalem Währungsfonds gehen für 2007 von einem sich abschwächenden Wachstum in der Eurozone aus. So wird wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer in Deutschland mit einer geringeren Kauflust der Bürger gerechnet. Für die Verbraucher wirkt sich die jüngste Zinsanhebung indes unterschiedlich aus. Während Kredite und Baudarlehen teurer werden, können sich Anleger über höhere Erträge auf ihren Sparkonten freuen.