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Litwinenkos Beerdigung in London

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Litwinenkos Beerdigung in London

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Der vergiftete russische Kremlkritiker Alexander Litwinenko hat in London seine letzte Ruhestätte gefunden. Er wurde auf dem Highgate Friedhof in einem strahlensicheren Sarg begraben. Der frühere Geheimagent war an den Folgen einer Vegiftung mit dem radioaktiven Polonium 210 gestorben.

Anwesend waren auch mehrere Exilrussen wie der Milliardär Boris Beresowski, der Litwinenko mit Geld geholfen hatte und offenbar auch um sein Leben fürchtet, sowie der tschetschenische Widerstandskämpfer Achmed Sakajew. Bei einer muslimischen Zeremonie nahmen die Trauergäste von Litwinenko Abschied. Dieser war kurz vor seinem Tod zum Islam konvertiert.

Für den Tschetschenenführer Sakajew steht das Motiv der Ermordung fest: Litwinenko sei den Verbrechen ehemaliger Agentenkollegen nachgegangen – wie auch Anna Polikowskaja. Er habe die Beweise geliefert, die sie veröffentlicht habe. Litwinenko hatte sich am Tag seiner Vergiftung mit Kontaktmännern im Londoner Milleniumhotel getroffen. Wie nun bekannt wurde, kamen dort auch sieben Angestellte mit Polonium in Berührung. Sie haben leichte Vergiftungserscheinungen.

Die britischen Ermittler in Moskau kommen unterdessen nur schleppend voran. Am Mittwoch stuften die Fahnder den Fall eindeutig als Mord ein. Ermittlungen wegen Mordes und versuchten Mordes hat nun auch Russland aufgenommen. Denn der ehemalige Agent Dimitri Kowtun, der Litwinenko getroffen hatte, ist ebenfalls kontaminiert und mittlerweile ins Koma gefallen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow unterstrich jedoch, die Ermittlungen Scotland Yards würden nicht die politischen Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien beeinträchtigen. Er erklärte gleichzeitig die Absicht für gescheitert, mit einer Kampagne einen politischen Skandal auszulösen. Gescheitert ist bisher auch der Versuch der britischen Beamten, mit dem Hauptzeugen und ehemaligen Agenten Andrej Lugowoj zu sprechen. Die geplante Vernehmung wurde von den russischen Behörden aus technischen Gründen verschoben.