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Saisonauftakt an Mailänder Scala

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Saisonauftakt an Mailänder Scala

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Es ist Mailand, es ist der 7. Dezember, der Tag des städtischen Schutzpatrons Ambrosius, und das heißt hier: Die Saison beginnt an der Scala, dem berühmtesten Opernhaus der Welt. Für viele Prominente ein Pflichttermin, und auch die deutsche Kanzlerin zeigte mit ihrem Erscheinen, dass es nicht immer nur Bayreuth sein muss.

Auf dem Programm: “Aida” von Giuseppe Verdi; die Geschichte um eine äthiopische Prinzessin, die sich als Sklavin im verfeindeten Ägypten in einen Feldherrn verliebt. Das Gefühl ist durchaus gegenseitig, und das Verhängnis kann seinen Lauf nehmen: In der Regie des Altmeisters Franco Zeffirelli, der dem Scala-Publikum die “Aida aller Aidas” versprach. Seit vierzehn Jahren hatte Zeffirelli an der Scala nicht mehr inszeniert, seit dem Streit mit dem damaligen Musikdirektor Riccardo Muti um seinen “Don Carlo”.

Zeffirelli ist bekannt für die üppige Ausstattung seiner Inszenierungen: Zum berühmten Triumphmarsch bot er zum Beispiel mehr als dreihundert Sänger, Tänzer und Statisten auf – Bravorufe waren da, am Ende des zweiten Akts, schon das Ergebnis. Weltklasse auch am Pult: Dirigent des Abends war der gebürtige Mailänder Riccardo Chailly, in Deutschland auch bekannt als Leipziger Opern- und Gewandhauschef. In den Hauptrollen sangen die litauische Mezzosopranistin Violeta Urmana und der italienische Tenor Roberrto Alagna.

Das Publikum genoss den Premierenabend und belohnte nach dem Schlussvorhang die Mitwirkenden reichlich, vor allem den 83-jährigen Zeffirelli: Wer mitzählte, kam auf dreizehn Minuten Applaus. Noch zehn weitere “Aida”-Abende stehen jetzt auf dem Programm. Die Karten für alle Vorstellungen waren schon am ersten Tag ausverkauft, innerhalb von zwei Stunden.