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Talibani kritisiert Vorschläge der amerikanischen Irak-Kommission

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Talibani kritisiert Vorschläge der amerikanischen Irak-Kommission

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Der irakische Staatspräsident Jalal Talabani lehnt die Vorschläge der Baker-Komission zum Irak entschieden ab. Vier Tage nach der Veröffentlichung des Berichtes, meldete sich Talabani erstmals zu Wort. Der Irak werde “wie eine
junge Kolonie und nicht wie ein souveräner Staat” behandelt. Der Bericht sei unfär und ungerecht. Er enthalte gefährliche Passagen, die die Souveränität des Irak untergrüben.

Zu den Vorschlägen gehören unter anderem eine Särkung der Zentralgewalt und die Entsendung von amerikanischen Verbindungsoffizieren in alle irakischen Einheiten. Die Baker-Kommission hatte auch die Schaffung einer internationale Irak-Kontaktgruppe vorgeschlagen, um einen Kurswechsel der USA auf eine breite diplomatische Basis zu stellen. Auch Deutschland könnte daran beteiligt werden.

In Bagdad gehen die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten weiter. Am Sonntag wurden in einem hautpsächlich von Sunniten bewohnten Stadtteil Bagdads neun Schiiten getötet. Etwa dreißig bewaffnete Männer drangen in ein Haus ein, sperrten die Frauen in einem Zimmer ein und töteten fünf Brüder der Familie sowie den Vater einer weiteren Familie und dessen drei Söhne, alle Toten waren Polizeibeamte.

Erst gestern hatten bewaffnete Schiiten in einem gemischten Wohnviertel zwei Menschen getötet und anschließend die Wohnhäuser von Sunniten niedergebrannt. Dutzdende sunnitische Familien flohen aus dem Stadteil. Immer mehr Stadtviertel werden entlang religöser Linien “gesäubert”. Knapp eine halbe Million Iraker sind bislang Opfer dieser “ethnischen Säuberungen” geworden.