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Verfahren gegen Litvinenko-Kontaktmann

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Verfahren gegen Litvinenko-Kontaktmann

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Die Hamburger Polizei hat nach Tests jetzt Sicherheit: Sie hat an mehreren Orten Spuren des hochgiftigen radioaktiven Stoffes gefunden, mit dem der russische Ex-Agenten Alexander Litvinenko vergiftet wurde. Dazu gehören die Wohnung der Ex-Frau des russischen Geschäftsmanns Dimitrij Kowtun und das Grundstück von deren Mutter außerhalb Hamburgs: “Es handelt sich definitiv um Spuren des Polonium 2102”, sagte Einsatzleiter Thomas Menzel am Mittag zum Stand der Untersuchungen.

Kovtun war nach den bisherigen Ermittlungen am 28. Oktober mit einer Aeroflot-Maschine von Moskau nach Hamburg gekommen. Dort hatte er das Auto, in dem jetzt die Polonium-Spuren entdeckt worden waren, genutzt. Am 30. Oktober war er in der Hamburger Ausländerbehörde. In der Nacht zum 1. November übernachtete er in der Wohnung seiner Exfrau auf der Couch, wo ebenfalls Strahlenspuren gefunden wurden. Am frühen Morgen des 1. November flog er nach London.

Ob Kovtun, der derzeit in einer Strahlenklinik in Moskau liegen soll, von London noch einmal nach Hamburg zurückgekehrt war, war auch am Sonntag weiter unklar. Kovtun war nach eigenen Angaben als sowjetischer Soldat in der DDR und der Tschechoslowakei stationiert. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR 1991 sei er in Deutschland geblieben, insgesamt habe er zwölf Jahre hier verbracht, sagte er Radio Echo Moskau. Belege dafür, dass er früher Spion war, gab es zunächst nicht.

Um Kovtuns Spuren weiter aufzudecken, haben Polizei und BKA die Sonderkommission “Dritter Mann” gebildet. Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Verfahren gegen Kovtun. Scotland-Yard-Beamte in Moskau warten noch darauf, Koftun vernehmen zu können, während weitere Unterstützung der britischen Polizei morgen in Hamburg eintreffen soll.