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Chile: Pinochet erhält kein Staatsbegräbnis - Gegner des Ex-Diktators feiern sein Ableben

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Chile: Pinochet erhält kein Staatsbegräbnis - Gegner des Ex-Diktators feiern sein Ableben

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Der Tod des ehemaligen chilenischen Diktators Augusto Pinochet hat im Land starke Emotionen ausgelöst. Vor dem Militärkrankenhaus, in dem Pinochet am Sonntag nachmittag starb, versammelten sich rund 2000 seiner Anhänger; vor der Militärschule, in die sein Leichnam überführt wurde, warteten gar 4000 Menschen. Sie fordern ein Staatsbegräbnis für Pinochet – ein Wunsch, der nicht erfüllt wird. Präsidentin Michele Bachelet teilte mit, dass er am Dienstag als ehemaliger Chef der Streitkräfte beigesetzt wird – also nur mit militärischen Ehren.

Vor zwei Wochen hatte Pinochet seinen 91. Geburtstag gefeiert. Die Nachricht von seinem Tod kam überraschend: Zwar hatte er vor kurzem einen Herzinfarkt erlitten, sich aber nach Angaben der Ärzte auf dem Weg der Besserung befunden. Für Zehntausende Chilenen ist Pinochets Ende ein Grund zum Feiern. Die Angehörigen seiner Opfer hatten bis zuletzt für die strafrechtliche Verfolgung des Ex-Diktators gekämpft. Zwar liefen gegen Pinochet zum Zeitpunkt seiner Todes vier Verfahren wegen Menschenrechtsverletzungen und Steuerhinterziehung – zu einer Verurteilung kam es jedoch nicht mehr.