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Shell und Gazprom verhandeln über Einfluß auf Milliarden-Gasprojekt

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Shell und Gazprom verhandeln über Einfluß auf Milliarden-Gasprojekt

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Der Energiekonzern Royal Dutch Shell verhandelt mit der russischen Regierung und Gazprom über eine Neuordnung der Anteile an dem ins Stocken geratenen Gasprojekt Sachalin-2. Das bestätigten Shell wie Gazprom.

Marktgerüchte, wonach Shell die Kontrollmehrheit an den weltweit größten Gaskonzern Gazprom abtreten wolle, wollte der Shell-Sprecher in Moskau nicht kommentieren. Gazprom gehört zur Hälfte der russischen Föderation.

Sachalin-2 ist das größte allein vom Ausland finanzierte Investitionsprojekt in Rußland. Seit Monaten steht Royal Dutch Shell offenbar unter Druck der Regierung in Moskau. So überziehen die russischen Behörden Sachalin Energy derzeit mit Klagen wegen angeblicher Verstöße gegen Umweltauflagen.

Analysten vermuten, dass der Kreml so einen Einstieg von Gazprom in das Projekt durchsetzen will.

Die niederländisch-britische Royal Dutch Shell hält am Förderkonsortium Sakhalin Energy derzeit 55 Prozent, während 45 Prozent den japanischen Unternehmen Mitsui und Mitsubishi gehören.

Das Projekt an Russlands Pazifikküste hat ein Volumen von umgerechnet 16,6 Milliarden Euro.

Zur weiteren Erschließung der riesigen Energievorräte vor den russischen Küsten will die Regierung nach Medienberichten ein neues
staatlich geführtes Großunternehmen gründen. Zu den Gesellschaftern sollten Gazprom und die Ölfirma Rosneft zählen, berichtete die
Tageszeitung “Kommersant”.

Im russischen Festlandsockel werden Energieträger von bis zu 100 Milliarden Tonnen Öläquivalent vermutet. Die bislang größten Offshore-Projekte sind Sachalin-1 – unter Teilnahme des staatlich kontrollierten russischen Unternehmens Rosneft – und Sachalin-2 – bislang ohne russische Beteiligung.