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EU-Parlament verabschiedet Chemikalien-Richtlinie

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EU-Parlament verabschiedet Chemikalien-Richtlinie

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Europas künftige Generationen können auf besseren Schutz vor gefährlichen Chemikalien setzen, wie sie selbst im Spielzeug zu finden sind. Das Europäische Parlament billigte an diesem Mittwoch die umstrittene Chemikalien-Richtlinie REACH. Nach deren Inkrattreten im nächsten Juni müssen rund 30.000 chemische Substanzen getestet, registriert und teilweise genehmigt werden.

Die Abgeordneten verabschiedeten in Straßburg mit überwältigender Mehrheit das Gesetz, das 40 bisherige Regelungen ersetzt und als weltweit einzigartig gilt. Grüne und Umweltschützer kritisierten die Text-Vorlage von Guido Sacconi allerdings als verwässert: Das Parlament sei vor der deutschen Chemie-Industrie eingeknickt. Diese hatte über die Kosten geklagt, die mit der Testpflicht auf sie zukommen.

Chemische Substanzen, die in Mengen von über einer Tonne jährlich in der EU produziert oder dorthin eingeführt werden, müssen nun schrittweise über einen Zeitraum von elf Jahren auf ihre Gefährlichkeit getestet und bei einer neuen Behörde in Helsinki registriert werden. Für besonders gefährliche Stoffe, zum Beispiel krebserregende, gilt Zulassungspflicht. Zudem müssen die Hersteller einen Plan vorlegen, wie sie diese langfristig ersetzen können. Doch sind sie nicht zum Ersatz verpflichtet, was Umwelt- und Verbraucherschützern nicht weit genug geht.