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Polen gedenkt Verhängung des Kriegsrechts vor 25 Jahren

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Polen gedenkt Verhängung des Kriegsrechts vor 25 Jahren

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Polen hat der Verhängung des Kriegsrechts vor 25 Jahren gedacht. Damals hatte General Wojciech Jaruzelski an der Spitze eines Militärrates die Macht übernommen und damit die Hoffnung auf eine vorsichtige Erneuerung des damaligen kommunistischen Regimes zerschlagen. Das Parlament in Warschau ehrte an diesem Mittwoch in einer Entschließung die Toten und Verfolgten des am 13. Dezember 1981 ausgerufenen Kriegsrechts. An der Feierstunde nahmen auch Regierung und Staatspräsident Lech Kaczynski teil. Der Parlamentspräsident verlas die Namen der mindestens 91 Menschen, die bei Zusammenstößen mit der Polizei ums Leben kamen oder in der Haft starben. Der heute 83 Jahre alte Jaruzelski hatte die dramatische Entscheidung zur Verhängung des Kriegsrechtes später mit einer drohenden Invasion sowjetischer Truppen begründet, sollten die polnischen Kommunisten die Lage nicht selbst unter Kontrolle bringen. Vor 25 Jahren gehörte Präsident Kaczynski ebenso wie sein Zwillingsbruder, Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski, zu den Anhängern von Arbeiterführer Lech Walesa. Dessen Gewerkschaft Solidanosc hatte Ende August 1980 in einem historischen Vertrag mit der Regierung das Ende des kommunistischen Regimes vereinbart. Das Abkommen sollte nicht lange halten. Nach Ausrufung des Kriegsrechts wurden rund 3000 Bürgerrechtler und Gewerkschafter interniert, auch Walesa. Walesa erhielt 1983 den Friedensnobelpreis. Von 1990 bis 1995 war er polnischer Staatspräsident. Jaruzelski gegenüber zeigte er sich versöhnlich: Dieser sei – so wörtlich – der Vertreter einer “Generation aus unglücklichen, fatalen Zeiten gewesen”.