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Spanien will Franco-Opfern "moralische Wiedergutmachung" leisten


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Spanien will Franco-Opfern "moralische Wiedergutmachung" leisten

Spanien will den Opfern der Franco-Diktatur zu einer “moralischen Wiedergutmachung” verhelfen. Ein entsprechender Gesetzentwurf nahm heute im Parlament in Madrid die erste Hürde. Mit dem umstrittenen Vorhaben der sozialistischen
Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodr¡guez Zapatero soll offiziell anerkannt werden, dass die Diktatur von Francisco Franco ein Unrechtsregime war. Für die stellvertretende sozialistische Regierungschefin Maria-Teresa Fernandez de la Vega ist der Gesetzentwurf weit davon entfernt, gegen etwas zu sein. Er wende sich im Gegenteil vor allem an diejenigen, denen bislang das Recht auf Erinnerung und Gedenken genommen wurde. Das Gesetz geht den Linksparteien nicht weit genug, die konservative oppositionelle Volkspartei meint, der Plan reiße alte Wunden auf. Manuel Atencia sagte, es sei ein großer Fehler, aus dem, was man gemeinhin “historisches Gedächtnis” nenne, ein Gesetz zu machen. Das Projekt destabilisiere das politische System des Landes. Zahlreiche Familien wandten sich an den spanischen Untersuchungsrichter Baltasar Garzon, der vor allem wegen seiner Ermittlungegen gegen Augusto Pinochet bekannt geworden ist. Sie forderten, den Verbleib von 30.000 während des Bürgerkriegs verschwundenen Spaniern zu klären. Insgesamt 600.000 Menschen waren seinerzeit ums Leben gekommen. Nach dem Ende des Konfliktes ließ der Diktator Francisco Franco nach Schätzungen etwa 100 000 Gegner erschießen und in Massengräbern verscharren. Nach dem Tod des Diktators im Jahr 1975 bewahrten die Parteien aus Rücksicht auf einen reibungslosen Übergang zur Demokratie weitgehend Stillschweigen über die Geschehnisse.

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