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Britischer Premier Blair als Zeuge in Affäre um "Geheimkredite" befragt

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Britischer Premier Blair als Zeuge in Affäre um "Geheimkredite" befragt

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Rund zwei Stunden lang musste der britische Premierminister Tony Blair der Polizei in London am Donnerstag Rede und Antwort stehen. Unmittelbar vor Blairs Abreise zum EU-Gipfel nach Brüssel befragten Beamte den Premierminister zur Affäre um die mutmaßliche Vergabe von Adelstiteln gegen Darlehen. Demnach soll die Labourpartei Millionenkredite angenommen haben. Im Gegenzug habe sie die Spender mit dem Titel eines Lords bedacht und für die Mitgliedschaft im Oberhaus des Parlaments protegiert. Laut britischen Medien soll sich die Labour-Partei mindestens 20 Millionen Euro durch solche Geheimkredite beschafft haben.

Die Vorwürfe kommen vor allem von der schottischen Nationalpartei und ihrem Vorsitzenden Alex Salmond. “In der Downing Street heißt es natürlich, alles sei einfach verlaufen”, so Salmond, “aber wir sollten uns vor Augen halten, dass es so etwas noch nie gab. Der Premierminister wird im Zuge einer Kriminalermittlung befragt, und das vor dem Hintergrund, dass der einzige, der Adelstitel oder die Ritterwürde verleiht, eben der Premierminister ist.”

Es war das erste Mal in der Geschichte Großbritanniens, dass der amtierende Premierminister im Zusammenhang mit kriminalistischen Untersuchungen von der Polizei vernommen wurde. Allerdings wurde Blair nicht als Verdächtiger befragt, sondern gab nach Angaben seines Sprechers lediglich als Zeuge Sachauskünfte zu den Gründen, aus denen Persönlichkeiten für die Erhebung in den Adelsstand nominiert werden.