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Straßenkrieg in Gaza

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Die Situation in den Palästinensergebieten heizt sich weiter auf. Stunden nach der Ankündigung von Neuwahlen griffen Hamas-Kämpfer in Gaza ein Ausbildungslager der Präsidentengarde an. Ein Gardist wurde getötet. Das Lager ist direkt beim Amts- und Wohnsitz von Palistinenser Präsident Mahmud Abbas. Er selbst war während des durchgeplanten Angriffs im Westjordanland.

Anschließend geriet der Wagen des Außenministers Mahmud Sahar in einen Schusswechsel. Der Hamas-Minister blieb unverletzt. Einige Augenzeugen sprechen von einem gezielten Angriff und einem Racheakt von Fatah-Anhängern. Bei Zusammenstoeßen seiner Fatah-Bewegung und Anhängern der radikalislamischen Hamas wurden bis heute Morgen rund 20 Palästinenser verletzt.

Tausende Hamas-Anhänger demonstrierten gegen Abbas Entscheidung. Die Hamas hatte die Wahl Anfang des Jahres gewonnen und sprechen Abbas Recht und Macht ab, Neuwahlen auszurufen. Sie sehen einen Staatsstreich – und wollen erbitterten Widerstand leisten.

Angesichts des eskalierenden Machtkampfes hatte Abbas in einer international beachteten Rede Neuwahlen angekündigt. Seit Tagen waren die politischen Rivalitäten offen auf der Straße und immer gewalttätiger ausgetragen worden. Statt diesen Straßenkrieg zu stoppen hatte die Neuwahlentscheidung aber wie Zunder gewirkt.