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"Anfal"-Prozess gegen Saddam Hussein fortgesetzt

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"Anfal"-Prozess gegen Saddam Hussein fortgesetzt

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In Bagdad ist der sogenannte “Anfal”-Prozess gegen Saddam Hussein fortgesetzt worden. Der ehemalige irakische Präsident wird darin des Völkermordes an den Kurden angeklagt. Dem Gericht liegen nun Dokumente vor, in denen die Befehlskette nachgezeichnet wird, die in den achtziger Jahren zum Einsatz von Giftgas gegen die Kurden führte. Bei der Aktion wurden 180.000 Kurden getötet. “Anfal” ist arabisch und bedeutet Beute. Ziel war es seinerzeit, die Kurden aus dem Norden des Irak zu vertreiben. Die von der Anklage vorgelegten Dokumente weisen nach, dass Saddam Hussein persönlich den Einsatz des Gases angeordnet hat. Es wird darin als “Spezialmunition” bezeichnet. Eingesetzt wurden Senfgas, Sarin und VX. Allein in Halabdscha starben 1988 beim Einsatz von Giftgas an einem einzigen Tag 5.000 Kurden, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Gegen die insgesamt sechs Angeklagten sollen auch Belastungszeugen vernommen werden. Saddam Hussein wurde am 5. November wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Todesstrafe durch Erhängen verurteilt. Anfang Dezember ersuchte er die Richter, dem jetzigen Prozess nicht mehr persönlich beiwohnen zu müssen.