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Zwiespältige Lage im Irak

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Zwiespältige Lage im Irak

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Gleich seine erste Reise führt den neuen Verteidigungsminister der USA ins Krisengebiet Nummer eins: Bei seinen Truppen im Irak will sich Robert Gates über die Lage in dem umkämpften Land informieren. Immerhin hat sein eigenes Ministerium gerade erst einen verheerenden Bericht vorgelegt: Demnach hat sich die Lage im Irak erneut verschlechtert. Die Zahl der Anschläge sei so hoch wie nie zuvor – und im Kampf gegen die Gewalt gebe es kaum Fortschritte.

Das zeigte sich heute wieder in der Hauptstadt Bagdad: Im schiitischen Bezirk Sadr-Stadt schlugen mehrere Raketen ein. Vier Menschen wurden dabei verletzt. Zwölf Tote gab es dagegen bei einem Selbstmordanschlag. Der Attentäter zündete seine Bombe, als Polizisten an einem Kontrollposten sein Auto anhielten. Laut einem irakischen Fernsehsender wollte er zu einer Gruppe von Pilgern vordringen, die sich dort zur Reise nach Mekka versammelten. Eine weitere Autobombe detonierte auf einem Parkplatz in der Nähe des Innenministeriums. Dabei starben vier Menschen.

Aber auch einen kleinen Fortschritt können die USA verbuchen: Ihre Truppen übergaben die Provinz Nadschaf an irakische Sicherheitskräfte. Damit kontrollieren die Iraker jetzt drei von achtzehn Provinzen selber. Wie die beiden anderen auch gehört Nadschaf aber zu den eher ruhigen Gegenden im Irak. Die Provinz Nadschaf wird vorwiegend von Schiiten bewohnt; die gleichnamige Hauptstadt ist für sie eine heilige Stadt. Sie ist auch Sitz ihres Großajatollahs Ali al-Sistani. Wegen dieser religiösen Bedeutung waren amerikanische Soldaten aber auch vor der Übergabe der Provinz kaum jemals dort zu sehen.