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Kampf der Museumskulturen

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Kampf der Museumskulturen

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Italien verliert die Geduld mit dem mächtigen Getty-Museum in Los Angeles – weil es sich weiter weigert, illegal gekaufte Kunst zurückzugeben. Die milliardeschwere Privatsammlung will rund die Hälfte der Werke zurückgeben, Italien besteht auf alle. Unter anderem geht es um die Bronzestatue eines jungen griechischen Athleten und eine weltberühmte Aphrodite-Figur.

In Rom erklärte jetzt Kulturminister Francesco Rutelli: Man habe alle Dokumente, die belegen, dass die Werke gestohlen und illegal exportiert worden sein. Entweder es gebe bald eine Einigung und alle geforderten Kunstwerke würden an Italien zurückgegeben – oder die freundschaftlichen Beziehungen mit Italien seien beendet.

Seit einiger Zeit wird ermittelt, inwieweit nicht nur die ehemalige Kuratorin des Getty-Museums, sondern auch weitere Verantwortliche in den Kunstschmuggel eingeweiht und involviert war. Die Paul-Getty-Stiftung muss sich anders als staatliche Museen nicht gegenüber öffentlichen Geldgebern rechtfertigen. Schon denkt Italien über ein “kulturelles Embargo” nach – einen Stopp von Leihgaben an sämtliche US-Museen.