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Regierungschef sagt in Clearstream-Affäre aus

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Regierungschef sagt in Clearstream-Affäre aus

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Der Regierungschef wird als Zeuge vernommen: Dominique de Villepin sagt heute in der französischen Clearstream-Affäre aus. Aber eben nur als Zeuge: Einen ernsthaften Verdacht gegen ihn gibt es nicht mehr. Das sah schon einmal anders aus, als eine Liste mit angeblichen geheimen Schwarzgeldkonten an die Öffentlichkeit gelangte. Auf dieser Liste waren bekannte Namen, vor allem der von Innenminister Nicolas Sarkozy, einem politischen Rivalen von Villepin. Die illegalen Konten sollten bei der Luxemburger Clearstream-Bank geführt worden sein.

Diese Clearstream-Liste stellte sich schnell als gefälscht heraus, sorgte aber für viel Aufregung: Spitzelgerüchte hier, geheime Informanten da – eine Zeitlang sah es auch so aus, als hätte Villepin die Liste benutzt, um gegen Sarkozy heimlich zu ermitteln; und das auch noch auf Anweisung von Staatspräsident Jacques Chirac. Sarkozy will bei der Präsidentenwahl im Frühjahr Chiracs Nachfolger werden; vor einigen Monaten hatte Villepin noch denselben Plan.

Bisher hat die Staatsanwaltschaft aber für eine Verwicklung von Villepin oder gar von Chirac in diesen Fall keine Beweise gefunden. Das, was einmal eine Staatsaffäre zu werden drohte, wird deshalb wohl nun im Sande verlaufen.