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Turkmenischer Staatspräsident Nijasow gestorben

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Turkmenischer Staatspräsident Nijasow gestorben

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Der Staatspräsident von Turkmenistan, Saparmurat Nijasov, ist tot. Nach Angaben des staatlichen Fernsehens starb der 66-jährige in der vergangenen Nacht an Herzversagen. Er war Präsident auf Lebenszeit und regierte die einstige Sowjetrepublik seit der Unabhängigkeit 1990 mit eiserner Hand. Der mittelasiatische Staat blieb nach außen weitgehend abgeschottet. Nijasow ließ sich als der Turkmenbashi ansprechen, Oberhaupt der Turkmenen. Er zeigte sich zuletzt am Nationalfeiertag im Oktober. Im November feierte er den vierten Jahrestag eines misslungenen Staatssteichs gegen ihn. Verschwörer hatten angeblich seine Wagenkolonne angegriffen. Anführer des Komplotts soll der ehemalige Vizepremier und Außenminister Schihmuradow gewesen sein. Insgesamt 55 Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Im Hinblick auf Demokratie und Menschenrechte kam Turkmenistan in internationalen Vergleichen stets auf die hinteren Ränge. Ein Sprecher des Kreml erklärte nach der Meldung vom Tode Nijasows, Russland hoffe auf politische Kontinuität und stabile Verhältnisse in dem Land. Nijasow erregte weltweit durch seinen Personenkult Aufsehen. So ließ der Turkmenbaschi Monate nach ihm und seinen Familienangehörigen umbenennen. Nijasow litt seit längerem an Herzproblemen und wurde von deutschen Ärzten behandelt. 1997 war ihm in einer Münchner Spezialklinik ein Bypass gelegt worden.