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Anklage gegen US-Soldaten im Irak: Massaker an Zivilisten Racheakt?

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Anklage gegen US-Soldaten im Irak: Massaker an Zivilisten Racheakt?

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Rund ein Jahr nach einem mutmaßlichen Massaker an Zivilisten im Irak sind vier US-Soldaten wegen Mordes angeklagt worden. Vier weitere müssen sich unter anderem wegen Pflichtverletzung verantworten. Dies teilte die US-Armee auf einem Militärstützpunkt in Kalifornien mit.

Ein Sprecher erklärte, ein ursprünglicher Bericht, demzufolge die Zivilisten bei einer Explosion ums Leben gekommen seien, habe sich als falsch herausgestellt. Bei einem Blutbad im westirakischen Ort Haditha waren im November 2005 24 unbewaffnete Iraker getötet worden.

Zuvor hatte ein Sprengsatz einen US-Soldaten getötet. Irakische Augenzeugen sprechen von einem Racheakt – die Verteidigung der Angeklagten behauptet, die Zivilisten seien in einer unübersichtlichen Kampfsituation ums Leben gekommen. Das nun eingeleitete Verfahren ist das Schwerwiegendste gegen US-Soldaten seit Beginn der Irak-Invasion. US-Menschenrechtsgruppen begrüßten die Anklage, forderten aber ebenso eine Untersuchung der eventuellen Mitverantwortlichkeit ranghöherer Militärs.