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Frankreich: Marathon-Vernehmung des Regierungschefs

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Frankreich: Marathon-Vernehmung des Regierungschefs

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Frankreichs Premierminister Dominique de Villepin ist zur so genannten “Clearstream-Affäre” vernommen worden. 17 Stunden lang stand Villepin dem Untersuchungsrichter Rede und Antwort – als Zeuge, wie das Gericht betonte. Schlimmstenfalls soll Villepin über den versuchten Rufmord an einigen Spitzenpolitikern zu lange geschwiegen haben.

Nach der Vernehmung sagte der Regierungschef, es sei ihm heute darum gegangen, zu helfen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. 2004 hatte ein anonymer, angeblicher Denunziant der Justiz gefälschte Computerauszüge des Luxemburger Finanzkonzerns “Clearstream” zukommen lassen.

Diese suggerierten fälschlicherweise, französische Politiker hätten über Geheimkonten Schmiergelder beim Verkauf von Kriegsschiffen kassiert. Zu Unrecht war unter anderem Villepins Gegenspieler Innenminister Nicolas Sarkozy als Empfänger genannt.

Die Angelegenheit hatte zu Spekulationen über eine Intrige in der bürgerlichen Regierung gegen Sarkozy geführt. Nach der Aufdeckung der Affäre hat Sarkozy seinem Kollegen Villepin verübelt, dass der ihn nicht vor einer möglichen Manipulation gewarnt hat.