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Mordanklagen gegen US-Soldaten in Zusammenhang mit Massaker von Haditha

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Mordanklagen gegen US-Soldaten in Zusammenhang mit Massaker von Haditha

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Das Massaker in der irakischen Stadt Haditha hat ein gerichtliches Nachspiel. Im November 2005 hatten US-Marineinfanteristen laut Zeugenaussagen ein Blutbad unter der irakischen Zivilbevölkerung angerichtet. Ein Sprecher der US-Armee teilte mit, dass sich insgesamt acht Soldaten deshalb vor dem Richter verantworten müssten. Vier werden wegen Mordes angeklagt, die anderen wegen Pflichtverletzung und Behinderung der Justiz.

Die schwersten Vorwürfe richten sich gegen Truppenführer Frank Wuterich. Ihm wird 13facher Mord angelastet; zudem soll er seinen Untergebenen befohlen haben, Zivilisten zu töten. Wuterichs Vater glaubt dennoch an die Unschuld seines Sohnes. “Meine Frau und ich und alle seine Freunde fühlen, dass er unschuldig ist”, so Dave Wuterich, “dass er tat, was er damals tun musste. Es ist nicht einfach im Irak, man weiß nicht, wie es dort wirklich ist, wenn man nicht dort gewesen ist.” Auch der 22-jährige Justin Sharratt muss sich wegen Mordes verantworten. Für Darryl Sharratt bricht mit dem Verfahren gegen seinen Sohn eine Welt zusammen: “Er ist mein Held, er ist ein großartiger Soldat.” Mordvorsatz wird allerdings keinem der Angeklagten vorgeworfen, weshalb es nicht um die Todesstrafe, sondern nur um lebenslange Haft geht.

In Haditha waren zwei Dutzend unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder bei einer US-Militäraktion getötet worden. Augenzeugen berichteten, die US-Soldaten hätten die Menschen aus Rache für einen getöteten Kameraden erschossen. Die Verteidigung spricht allerdings nur von einem chaotischen Gefecht nach einer Bombenexplosion.