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Nach Tod von Euthanasie-Symbolfigur: Italien diskutiert weiter über Sterbehilfe

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Nach Tod von Euthanasie-Symbolfigur: Italien diskutiert weiter über Sterbehilfe

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Die heutige Obduktion der Leiche von Piergiorgio Welby soll letzte Zweifel an der Todesursache des Kämpfers für das Recht auf Euthanasie ausräumen. Am Mittwoch abend war der Italiener verstorben. Ein Anästhesist hatte anschließend erklärt, dem unheilbar Kranken ein Betäubungsmittel gespritzt und dann den Beatmungsschlauch abgenommen zu haben.

Sterbehilfe kann im katholischen Italien trotz eines rechtlichen Vakuums mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft werden. Ignazio La Russa von der Rechtspartei Alleanza Nazionale forderte ein Gesetz, dass Sterbehilfe klar regelt, was bislang nicht der Fall ist.

Gesundheitsministerin Livia Turco mahnte, über den Medienfall Welby nicht die vielen anderen Unbekannten zu vergessen, denen ein ähnliches Schicksal zu Teil werde. Welby litt seit 40 Jahren an einer zunehmenden Muskelschwäche, war drei Jahrzehnte lang an den Rollstuhl gefesselt, wurde zuletzt künstlich ernährt und konnte sich nicht mehr bewegen. Im vergangenen September hatte er unter anderem in einem Brief an Italiens Präsidenten um das Recht auf Sterbehilfe gebeten.