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Villepin sagt in Clearstream-Affäre aus und sieht sich als Opfer von Verleumdungen

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Villepin sagt in Clearstream-Affäre aus und sieht sich als Opfer von Verleumdungen

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17 Stunden lang ist der französische Ministerpräsident Dominique de Villepin in der so genannten Clearstream-Affäre verhört worden. Er sei glücklich, dass er als Zeuge aussagen konnte, sagte er im Anschluss, schließlich sei er monatelang das Opfer von Verleumdungen und Lügen gewesen. Die Vernehmung dauerte ungewöhnlich lang – erst am Freitag um 3.00 Uhr morgens konnte Villepin das Pariser Gericht verlassen. Die Untersuchungsrichter wollten herausfinden, welche Rolle Villepin in der Affäre spielte, in der es um angebliche Schwarzgeldkonten französischer Politiker beim Luxemburger Finanzunternehmen Clearstream geht.

Villepin, im Jahr 2004 noch Außenminister, hatte unter anderem den Chef des Geheimdienstes, General Philippe Rondot, mit der Überprüfung der Kontolisten beauftragt. Rondot wies freilich Spekulationen zurück, wonach Villepin mit diesen Ermittlungen vor allem seinen Rivalen, Innenminister Nicolas Sarkozy, diskreditieren wollte. Die Kontolisten erwiesen sich als gefälscht und Sarkozy tritt seit Anfang des Jahres in der Affäre als ziviler Nebenkläger auf. Hintergrund ist wahrscheinlich die Präsidentschaftswahl 2007, in der es um die Nachfolge von Jacques Chirac geht. Bislang hat Villepin noch nicht auf eine eigene Kandidatur verzichtet.