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EU warnt vor Flächenbrand am Horn von Afrika

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EU warnt vor Flächenbrand am Horn von Afrika

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Der Krieg am Horn von Afrika hat bereits mehere hundert Menschen das Leben gekostet, wieviele, das weiß niemand genau. Offiziell hat Äthiopien dem benachbarten Somalia erst am Sonntagabend den Krieg erklärt, doch äthiopische Soldaten
unterstützen seit Tagen die Truppen der schwachen Übergangsregierung in Baidoa. Die Europäische Union hat vor einer Ausweitung der Kampfhandlungen am Horn von Afrika gewarnt, in Washington ist man besorgt, doch zugleich ist es kein Geheimnis, dass sich die blutigen Ereignisse nicht stoppen lassen. Die Union der islamischen Gerichte, die in Somalia an der Macht ist, hatte die Übergangsregierung mit ihrem Ministerpräsidenten Abdullah Yusuf Ahmed schon im vergangenen Juni aus Mogadischu hinausgedrängt. Die Islamisten träumen von “Groß-Somalia”, einem fundamentalistischen Staat, der auch die von ethnischen Somaliern bewohnten Regionen in den Nachbarländern umfassen soll. Ein Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien liegt erst sechs Jahre zurück. Äthiopien ist ein christlich orientiertes Land und zugleich die militärisch stärkste Macht am Horn von Afrika. Eritrea, der Erzrivale, unterstützt die Islamisten mit geschätzten 2.000 Mann sowie vermutlich mit Waffen. Auch radikal-islamische Rebellen aus arabischen Staaten der Region unterstützen Somalia – es könnten etwa 8.000 Kämpfer sein. Als wäre das alles noch nicht schlimm genug: Das Terror-Netzwerk al-Qaida mischt angeblich in Somalia kräftig mit. Was will die internationale Gemeinschaft tun? Selbst mit viel Diplomatie lässt sich wahrscheinlich wenig ausrichten. Äthiopien selbst befürchtet Anschläge und einen Guerilla-Krieg – wie im Irak.