Eilmeldung

Eilmeldung

Was hinter dem neuen Gazprom-Konlikt steckt

Sie lesen gerade:

Was hinter dem neuen Gazprom-Konlikt steckt

Schriftgrösse Aa Aa

Die Moskauer Zeitung “Komersant” berichtet von folgendem neuen Angebot an Weißrussland: Wenn die staatliche weißrussische Pipelinebetreiber-Firma “Beltransgas” 50 Prozent ihrer Aktien an Gazprom verkauft, wird der Gas-Preis für Weißrussland nur von 46 auf 80 Dollar für tausend Kubikmeter erhöht. Gasprom mit dem russischen Staat als Hauptaktionär könnte so sein Monopol ausbauen.

Es wäre wie Eisenbahn und Schienennetz in einer Hand …. so wie es die alten Genossen an der Spitze der neuen unabhängigen Staaten von früher her kennen. Aber: Diese Bilder trauter Eintracht in der “Gemeinschaft Unabhängiger Staaten” stammen aus dem Archiv.

Heute versucht jeder seinen eigenen Weg zu gehen… ohne sich nach den Wünschen des Kreml zu richten. Der aber sitzt am längeren Hebel – sprich: am Gashahn und dreht den schon mal zu, was als erste die Ukraine und Georgien zu spüren bekamen.

Natürlich will Gazprom aus wirtschaftlichen Gründen die Vorzugspreise für alte Freunde abbauen. Mit Weltmarktpreisen verdient man schließlich mehr.

Aber schon vor einem Jahr erklärte der jetzt in den USA lehrende ehemalige Putin-Berater, wenn Gazprom gleichzeitig für alle Kunden zu Marktpreisen übergehen würde, wäre das Marktwirtschaft. Andreij Illarjonow wörtlich:
“ Wenn nicht, dann muß hinter diesem Abbau von Vorzugspreisen noch eine andere Absicht stecken.”

Das scheinen auch die Gazprom-Kunden zu befürchten. Warum sonst bemühen sie sich so sehr um den Ausbau von Versorgungsnetzen aus Aserbaidschan und Iran unter Umgehung Russlands???

Die Weißrussen könnten jetzt kalte Füße bekommen. Die Georgier hingegen haben sich inzwischen mit Aserbaidschan und der Türkei arrangiert, um der einseitigen Anhängigkeit von Gazprom zu entkommen.