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Fronten verhärtet in Gaskrieg

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Fronten verhärtet in Gaskrieg

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Im Gaskrieg mit Weißrussland warnt der russische Monopolist Gazprom jetzt Europa vor Lieferengpässen, sollte Russland den Hahn zum Jahreswechsel zudrehen. Der mächtige Quasi-Staatskonzern will Erdgas für das Nachbarland auf mehr als das Doppelte verteuern. Außerdem will Gazprom Anteile an der weißrussischen Transitfirma Beltransgas – und damit Kontrolle über eine wichtige Pipeline nach Polen und Deutschland.

“Unsere Rechung ist einfach. 75 US Dollar malen den Jahresbedarf für Weißrussland – dann würden sie uns gerade mal 1,5 Milliarden Dollar zahlen. 2,5 würden wir für Beltransgas hinlegen. Also bekämen sie ihr Gas UND anderthalb Milliarden obendrauf”, so Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanov.

Die Regierung in Minsk lehnt diesen Deal aber ab und sieht sich in einer starken Verhandlungsposition. Vize-Ministerpräsident Vladimir Semashko erklärte: “Es wird schon Gas geben am 1. Januar. Es gibt keinen Vertag, aber Russland hat das Gas und wir haben die Infrastruktur. Schließlich gehen 44 Milliarden Kubikmeter durch unser Land”.

Das ist immerhin ein gutes Fünftel von Russlands geschätztem Handel mit dem Westen. Weißrussland droht damit, seine Pipelines nach Europa zu sperren. Gazprom will die Vorzugspreise für alte Freunde aus Sowjetzeiten abbauen. Und das Unternehmen will Macht über das Rohrnetz. Seit einiger Zeit versucht Russland bereits, seine Energiereserven international als Machtwährung einzusetzen.