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Weiterhin Streit um russisches Erdgas

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Weiterhin Streit um russisches Erdgas

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Im Gasstreit zwischen Russland und Weißrussland ist weiter keine Einigung in Sicht: Dabei läuft der Liefervertrag für russisches Erdgas zum Jahreswechsel aus. Russland will dann für sein Gas wesentlich mehr Geld haben, Weißrussland will aber nicht mehr zahlen. Weißrusslands einziger Trumpf: Bei einem russischen Lieferstopp will es auch kein Erdgas mehr durchlassen, das für Westeuropa bestimmt ist, zum Beispiel für Deutschland.

Der russische Energiekonzern Gasprom will seine europäischen Abnehmer trotzdem vertragsgemäß beliefern, verspricht der Vizechef des Aufsichtsrats. Alexander Medwedew warnt vorsichtshalber auch Weißrussland, aus den Transitleitungen etwas für sich abzuzapfen; das sei gegen alle internationalen Regeln.

Die Preiserhöhung könnte auch niedriger ausfallen, schlägt Gasprom vor – aber das hätte einen Haken: Der Konzern möchte sich dann am lukrativen weißrussischen Leitungsnetz beteiligen. Die Begeisterung in Weißrussland hält sich in Grenzen.

Gasprom will jetzt offenbar mehr Erdgas durch die Ukraine leiten – viel Spielraum gibt es dafür aber nicht mehr. Über die Ukraine läuft ohnehin der Großteil der russischen Lieferungen für Europa.

Die Ruhe bei den Beteiligten ist nicht mehr ganz unerschütterlich: Von Sorge spricht inzwischen die deutsche Bundesregierung; und auch die Europäische Union ruft jetzt zur Einigung auf. Eine Expertengruppe der EU trifft sich nächste Woche in Brüssel zu einer Sondersitzung. Die deutschen Energiekonzerne beteuern aber, ein Lieferausfall sei wegen der relativ geringen Mengen ohne weiteres zu verkraften. Außerdem habe man große Erdgasvorräte angelegt.