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Kritik an Hussein-Exekution in Europa

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Kritik an Hussein-Exekution in Europa

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In Europa polarisiert die Hinrichtung Saddam Husseins die Menschen. Mehrheitlich formulieren die Bewohner des alten Kontinents jedoch grundsätzliche Einwände gegen die Todesstrafe. Von Seiten der finnischen EU-Ratspräsidentschaft hieß es, die Europäische Union lehne die Todesstrafe ab, auch im Falle Saddam Husseins. “Ich habe bereits in der Vergangenheit gesagt, dass ich gegen die Todesstrafe bin”, so auch Italiens Ministerpräsident Romano Prodi, “ausserdem glaube ich aber auch, dass diese Exekution die Spannungen im Irak weiter steigen lassen wird.”

Italiens Tageszeitungen schlugen am Samstag teilweise kritische Töne an. Das kommunistische Blatt “Il Manifesto” sprach sogar von einer Schande. Unweit von Italiens Regierungssitz, im Vatikan, äußerte ein Sprecher ebenfalls Bedauern über die Hinrichtung Husseins: “Jede Exekution ist ein Anlass für Trauer, auch wenn der Getötete schwerer Verbrechen schuldig ist.”

In London schließlich bei Amnesty International setzt man sich bereits seit langer Zeit politisch für die Abschafffung der Todesstrafe ein. Ein Sprecher betonte, seine Organisation habe Hussein wiederholt für Menschenrechtsverletzungen kritisiert. Die Todesstrafe für den ex-Diktator jedoch verletzte das Recht jedes Menschen auf Leben. Man habe die Channce auf einen Neuanfang im Irak leichtfertig verspielt.