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Saddam im Morgengrauen beerdigt

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Saddam im Morgengrauen beerdigt

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Der ehemalige iraksiche Machthaber ist am frühen Morgen in seiner Heimatstadt Tikrit beigesetzt worden. Zur Beerdigung im Stadtteil Awja sind nach Augenzeugenberichten etwa 100 Menschen erschienen. Saddam Hussein wurde auf demselben Friedhof begraben, auf dem auch seine Söhne Udai und Kusai liegen. Die sterblichen Überreste waren Stammesfürsten übergeben und nach Tikrit gebracht worden. Zunächst hatte es geheißen, Saddam werde in Ramadi beigesetzt, einer Hochburg der Sunniten.

Er war am frühen Samstag Morgen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit hingerichtet worden. Die Todesstrafe sorgte für gemischte Reaktionen im Ausland. Zurückhaltend äußerte sich Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel: Man respektiere das Urteil, lehne die Todesstrafe aber ab. Ähnlich äußerten sich die meisten europäischen Führungen.

Die britische Regierung bezeichnete sich zwar auch als Gegner der Todesstrafe, kommentierte aber andererseits: Saddam habe nun für seine Verbrechen bezahlt. Ein ehemaliger britischer Botschafter des Irak, Sir Harold Walker, hofft, dass nun eine neue Ära beginne, in der die irakische Regierung das Land eine.

Heftige Kritik an der Hinrichtung kam aus Italien: Regierungschef Romano Prodi befürchtet nun, dass die Spannungen im Irak weiter zunehmen.