Eilmeldung

Eilmeldung

Schweigemärsche und Demonstrationen: Anschlag in Spanien sorgt für Empörung und Trauer

Sie lesen gerade:

Schweigemärsche und Demonstrationen: Anschlag in Spanien sorgt für Empörung und Trauer

Schriftgrösse Aa Aa

Nach dem Anschlag auf den Großflughafen von Madrid haben sich in mehreren spanischen Städten zahlreiche Menschen zu Schweigeminuten zusammengefunden, darunter auch mehrere spanische Politiker. Unterdessen dürfte feststehen, dass die baskische Untergrundorganisation ETA für den Anschlag verantwortlich ist: Aus baskischen Separatistenkreisen hieß es, die ETA habe niemanden töten, sondern nur auf das Stocken des Friedensprozesses aufmerksam machen wollen.

Dieser dürfte nun endgültig zum Erliegen kommen, und auch Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero gerät unter Druck. Im Zentrum Madrids demonstrierten Hunderte Menschen gegen die Regierung und forderten Zapateros Rücktritt. Ihre Begründung: Zapatero hätte niemals Friedensverhandlungen mit der ETA aufnehmen dürfen. Zu der Kundgebung hatte Spaniens größter Verband von Terroropfern aufgerufen, der der konservativen Opposition nahe steht.

Unterdessen wurden am Großflughafen von Madrid die Bergungsarbeiten fortgesetzt. Für die beiden nach wie vor vermissten Männer aus Ecuador gibt es allerdings kaum noch Hoffnung. Ihre Leichen werden unter den Trümmern des Parkhauses vermutet, wo der in einem Lieferwagen versteckte Sprengsatz detoniert war.

Nach Angaben der Ermittler setzten die Attentäter bis zu 800 Kilogramm Sprengstoff ein. 26 Menschen waren bei der Explosion am Samstag leicht verletzt worden. Rund 40.000 Tonnen Schutt müssen nun beseitigt werden – die Arbeiten werden daher voraussichtlich noch mehrere Tage andauern.