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Zweites Todesopfer des ETA-Anschlags von Madrid geborgen

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Zweites Todesopfer des ETA-Anschlags von Madrid geborgen

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Eine Woche nach dem Anschlag der baskischen Untergrundorganisation ETA auf den Madrider Flughafen ist die Leiche des zweiten Todesopfers geborgen worden. Der junge Mann aus Ecuador hatte in dem Parkhaus, in dem die Bombe explodierte, in einem Auto geschlafen. Die Leiche war erst gestern mit einer Minikamera entdeckt worden. Der andere, ebenfalls aus Ecuador stammende Tote wurde inzwischen in sein Heimatland übergeführt. Er war schon am Mittwoch aus dem eingestürzten Parkhaus geborgen worden.

Mit dem Anschlag der baskischen Untergrund-Organisation ist die Verhandlungspolitik der Regierung in eine schwere Krise geraten. Ministerpräsident Zapatero will nach eigenem Bekunden Ende des Monats im Parlament eine ausführliche Erklärung abgeben. Die jüngsten Waffenfunde im Baskenland deuten darauf hin, dass die ETA die neun Monate ihrer im März verkündeten Waffenruhe zur Aufrüstung nutzte. Erst am Donnerstag stellte die Polizei eine einsatzbereite 100-Kilogramm-Bombe sicher.

Auch während der Waffenruhe hatten meist jugendliche ETA-Anhänger häufig kleinere Gewaltakte verübt. In der vergangenen Nacht wurden in einem Ort südlich von San Sebastian mehrere Geldautomaten durch Brandanschläge beschädigt. Ein Wohnhaus musste geräumt werden. Im Baskenland wird eine neue Welle der Gewalt befürchtet. Die besondere Besorgnis gilt der Stadt San Sebastian. Dort will eine ETA-nahe Gefangenenhilfsorganisation am Samstagabend in einem Stadion eine Großveranstaltung abhalten, obwohl diese von einem Gericht in Madrid verboten wurde.