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Ein Königssohn vor Gericht

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Ein Königssohn vor Gericht

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In Brüssel hat heute ein Königssohn vor Gericht ausgesagt. Im Betrugsprozeß um die Veruntreuung von Geldern der Marine wurde Prinz Laurent als Zeuge gehört. Er habe nicht gewusst, dass die Marine für die Renovierung seiner Villa aufgekommen sei, versicherte der jüngste Sohn von König Albert II. den Richtern im flämischen Hasselt.

Ein Mitglieds des Königshauses vor Gericht – als Zeuge! – so etwas hat es in Belgien noch nicht gegeben. Dazu war erst ein Sondererlaß der Regierung von Nöten.

“ Ich habe den Rechtsstaat herausgefordert.
Was man jetzt erlebt ist gut für alle, sagt der flämische Journalist, der die Affäre aufgedeckt hat.

Dabei geht es um die Veruntreuung von 2,2 Millionen Euro der Marine durch Offiziere und Unternehmer, wovon ein Teil in die Renovierung der Prinzenvilla geflossen sein soll..
Die Staatsanwaltschaft glaubt dem Prinzen, dass er seinem jetzt angeklagten Berater vertraut und dessen Buchführung nicht durchschaut hat.

Belgiens Justizministerin sieht aber noch einen politischen Aspekt.
Sie beklagt, dass gewisse Kreise im Norden des Landes die Affäre benutzen würden, um die Monarchie und damit auch die Einheit des Landes in Frage zu stellen.

Für die Medien-Debatte um die Finanzierung des Königshauses ist der als Party-Löwe und Ferrari-Fahrer bekannte Prinz eine willkommene Zielscheibe.
Es gibt Vorschläge, nach denen Prinz Laurent, der bisher rund 300.000 euro pro Jahr bekommt, künftig leer ausgehen würde
So meint der Ministerpräsident des Landesteiles Flandern, Yves Leterme, man solle nur noch König, Thronfolger und die Witwe des verstorbenen Königs für ihre Repräsentationsaufgaben aus Staatsgeldern entlohnen. Die übrigen Mitglieder der königlichen Familie sollten arbeiten.

Bleibt noch anzumerken, im aktuellen Streit um die Zukunft Belgiens ist die Monarchie so etwas wie das letzte einende Band.