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Weißrussland unterbricht Durchleitung russischen Öls nach Europa

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Weißrussland unterbricht Durchleitung russischen Öls nach Europa

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Der Energiestreit zwischen Russland und Weißrussland hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Weißrussland stoppte am Montag die Durchleitung von russischem Öl nach Mitteleuropa. Das Öl wird über die aus Sowjetzeiten stammende Druschba-Pipeline nach Polen und weiter nach Deutschland geleitet; der südliche Arm der Pipeline versorgt Tschechien und die Slowakei sowie Ungarn. Die Durchleitung wurde auf Anordnung der staatlichen weißrussischen Pipeline-Gesellschaft Belneftechim gestoppt. Schon am Nachmittag kündigte ein Sprecher der Gesellschaft die Wiederaufnahme der Lieferungen an, doch die Krise hat die Debatte über Energiesicherheit in Europa neu entfacht.

Deutschland erhält mehr als ein Drittel seiner Öl- und Gas-Importe aus Russland. Bundeskanzlerin Angela Merkel, erklärte, der Lieferstopp zeige, dass die Energieversorgung diversifiziert werden müsse. Ebenso äußerte sich die Regierung in Polen: Vize-Wirtschaftsminister Piotr Naimski sagte, Polen brauche eine größere Vielfalt bei der Energiezufuhr. Der Streit zwischen Russland und Weißrussland hatte sich im neuen Jahr verschärft. Moskau wirft Minsk vor, für Europa bestimmtes Öl gestohlen zu haben. Beide Länder belegen einander mit Strafzöllen auf Öl – trotz der bestehenden Zollunion.