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wie sichert die EU ihre Energieversorgung?

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wie sichert die EU ihre Energieversorgung?

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In diesem Winter macht eine Ölpipeline Schlagzeilen, vor einem Jahr war es eine Gasleitung. Diesmal geht es um eine Leitung, die noch unter dem streng ideologisch gemeinten Namen “Druschba” – “Freundschaft” von Jugendbrigaden aus der DDR zum Ruhme des Sozialismus errichtet wurde.

Heute hängt daran ein Guttteil der gesamt-deutschen Energieversorgung. Beim Gas strömen 20 Prozent der russischen Lieferungen für Westeuropadurch Weißrussland, 80 Prozent durch die Ukraine. Das macht verwundbar, wenn, wie vor einem Jahr beim Streit mit der Ukraine, der Hahn zugedreht wird.

Andererseits kann sich Gazprom “Freundschaftspreise” für Nachbarn gar nicht mehr leisten. Denn Russlands Wirtschaftswachstum hängt ab billiger Energie – so billig, dass Gazprom mit Preisen unter 40 Dollar für tausend Kubikmeter im Inland unrentabel arbeitet.

So gesehen hat auch der Konflikt mit Georgien zwei Seiten. Natürlich hat der Kreml ein Interesse daran, die nach Westen abdrifteten ehemaligen Brüdern wieder auf Linie zu bringen. Dabei wird Energie zum politischen Druckmittel. Die Nachbarn sollen aber auch für die innenpolitische Ruhe in Putins Reich zahlen. Besser Krach mit abtrünnigen Nachbarn wie hier Georgien – als soziale Unruhen im eigenen Land, weil Russlands Bevölkerung Marktpreise gar nicht zahlen könnte. Und höhere Löhne, damit die Russen mehr für Strom und Gas zahlen könnten, würden dem heimatlichen Wirtschaftswachstum schaden. Siehe oben.

Russland besitzt 30 Prozent der Weltreserven an Erdgas! Und die Europäische Union bezieht von Gazprom 24 Prozent ihres Gasbedarfs. Da kann die Losung nur heißen: Diversifizierung!!! Schon werden neue Gasleitungen von den reichen aserbaidschanischen Gasfeldern am Kaspischen Meer geplant. NABUCCO heißt das Projekt, an dem sich die EU beteiligt. Es wird allerdings noch bis 2012 dauern, ehe dieses Gas unsere Stuben wärmt. Bis dahin braucht Europa andere Energiequellen. Folglich ist auch Atomenergie kein Tabu mehr.