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Wie weiter im Irak, Mr. President?

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Wie weiter im Irak, Mr. President?

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Der so überaus deutliche Wahlsieg der Demokraten bei den Kongresswahlen war ein Zeichen der Kriegsmüdigkeit der Amerikaner. Als neue “Madame Speaker”, als nunmehr dritt-mächtigste Person im Staate, versichterte Nancy Pelosi folglich den Wählern:
“Wenn sich der Präsident für eine Ausweitung des Krieges entscheidet und dafür Geld verlangt, dann werden wir abwägen, was unseren Truppen hilft. Wenn der Präsident die Mission erweitern will, dann muss er das rechtfertigen.”

Und damit dürfte Bush ernsthafte Schwierigkeiten haben. Er ist in der schlimmen Lage eines Oberbefehlshabers, dessen Strategie ganz und gar nicht aufgegangen ist.

Der Direktor eines Instituts für außenpolitische Studien, Cristopher Preble hat beim Präsidenten Wahrnehmungsprobleme ausgemacht: “ Der Präsident glaubt, dass er mit dieser Strategie den Sieg erreichen kann. Er redet immer noch über SIEG, er hält einen Sieg im Irak immer noch für möglich.” Und das angesichts dieser Fakten: 132.000 Mann sind im Irak im Einsatz.
Mehr als 3.000 sind bereits gefallen.

Dieser Krieg kostet die amerikanischen Steuerzahler jeden Monat acht-einhalb Milliarden Dollar. Macht 350 Milliarden Dollar seit März 2003..

Der Wissenschaftler erinnert an andere Bürgerkriege, die sehr lange gedauert haben, 6,10,12 Jahre oder mehr. In diesem Fall, so meint er, würden die drei beteiligten Gruppen – Sunniten, Schiiten und Kurden – immer noch glauben, sie könnten mit Gewalt gewinnen. Deshalb wollen sie nicht aufgeben.

Was also tun? Wenn sich die Amerikaner zurückziehen, zerfleischen sich die Iraker nur um so heftiger.

Der republikanische Senator Mitch McConnel verweist auf die begrenzten Möglichkeiten des Parlaments, auf diesen Krieg Einfluß zu nehmen. Wenn der Kongress wirklich etwas tun wollte – wobei der Senator nicht glaubt, dass der Kongress das will – dann könnte er nur den Truppen den Geldhahn zudrehen.

Was der Präsident in dieser verfahrenen Lage auch tut – für einen echten Ausweg müsste er schon die “Quadratur des Kreises” schaffen.