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Bank von England überrascht mit höherem Leitzins

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Bank von England überrascht mit höherem Leitzins

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Die Bank von England hat überraschend den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 5,25 Prozent erhöht – damit erreicht das Zinsniveau den höchsten Stand seit 5 1/2 Jahren.

Sie begründete die Erhöhung mit wachsendem Inflationsdruck und einer anhaltend starken Inlandsnachfrage. Wahrscheinlich werde die Preissteigerungsrate kurzfristig weiter über die Zielmarke von zwei Prozent klettern.

Die britischen Finanzmärkte reagierten prompt: Die Aktien- und Rentenkurse gaben nach, während das Pfund auf ein 18-Monats-Hoch gegenüber dem Euro schnellte.

Die Bank von England überraschte damit die Finanzmärkte bereits zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten mit einer Zinserhöhung.

Im Unterschied zu den Briten ließ die Europäische Zentralbank den Leitzins für die Euro-Zone wie erwartet unverändert bei 3,5 Prozent. Sie hatte erst im Dezember zum sechsten Mal binnen Jahresfrist die Kosten für die Kreditaufnahme verteuert.

Damit hält sich der Euro-Raum etwa in der Mitte zwischen den US – und britischen Zinsen und dem niedrigen Niveau in Japan.

Den nächsten Zins-Schritt der EZB erwarten Volkswirte noch im ersten Vierteljahr.

Zentralbank-Chef Jean-Claude Trichet verteidigte sein Institut gegen Vorschläge im französischen
Wahlkampf, Zinsschritte von politischer
Zustimmung abhängig zu machen:

“Wir sind seit dem ersten Januar für stabile Preise in 13 Ländern verantwortlich, das bedeutet einschließlich Slowenien Verantwortung für 315 Millionen Menschen. Unsere Unabhängigkeit steht im Vertrag.”

Laut Trichet sieht die Europäische Zentralbank auch im Euro-Raum Inflationsrisiken.

Das deutet nach Einschätzung von Analysten auf
eine weitere Zinserhöhung frühestens im März hin – denn den alarmierenden Ausdruck “große Wachsamkeit” gebrauchte Trichet nicht.

Per Definition herrscht Preisstabilität bei Jahresteuerungsraten knapp unter zwei Prozent. Dank des Ölpreisrückgangs lag die Inflationsrate im Euroraum im Dezember bei 1,9 Prozent und damit
den vierten Monat in Folge im Zielbereich – könnte laut EZB im Lauf des Jahres aber wieder leicht über zwei Prozent klettern.