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Frankreichs Konservative wählen Präsidentschaftskandidaten

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Frankreichs Konservative wählen Präsidentschaftskandidaten

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Wird Nicolas Sarkozy Frankreichs neuer Staatspräsident? Die Chancen für die Wahl in gut drei Monaten stehen fünfzig-fünfzig, wenn er vor allem gegen die Sozialistin Ségolène Royal antritt. Seine Partei jedenfalls, die konservative UMP, wird den Innenminister heute auf einem Sonderparteitag offiziell zu ihrem Kandidaten machen – Gegner gibt es nicht mehr. Fünfzigtausend Parteimitglieder werden dazu in einer Pariser Messehalle erwartet.

Es wird eine Großveranstaltung für die Medien, ähnlich wie 2004, als er Parteivorsitzender wurde. Unter den fünfzigtausend wird einer allerdings fehlen: Der jetzige Präsident Jacques Chirac, so etwas wie ein Gründervater der UMP, der vor dreißig Jahren am gleichen Ort die Vorgängerpartei ins Leben rief.

Die Zeiten, als er Sarkozy entdeckte und förderte, sind lange vorbei: Seit Sarkozy sich einmal gegen ihn gestellt hat, ist das Verhältnis zwischen beiden frostig. Trotzdem hat Sarkozy seinen Weg bis in höchste Ämter gemacht – aus eigener Kraft, als Sohn eines ungarischen Einwanderers, auch ohne die Schul- und Studienabschlüsse, die für Frankreichs Politiker sonst Pflicht sind. Noch droht aber der lange Schatten von Chirac: Nach wie vor schließt der Amtsinhaber nicht aus, selber noch einmal zur Wahl anzutreten, auf eigene Faust. Gewinnen könnte er dabei nichts, aber Sarkozy gewaltig schaden.