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Nicolas Sarkozy will der Präsident aller Franzosen werden

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Nicolas Sarkozy will der Präsident aller Franzosen werden

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Die eigene Partei hat Nicolas Sarkozy hinter sich gebracht – jetzt muss er das französische Volk davon überzeugen, dass er der richtige Mann als Staatspräsident wäre. Auf einem Sonderparteitag hat ihn seine konservative UMP zu ihrem Kandidaten gemacht. Sein Wahlergebnis unter den Parteimitgliedern: 98 Prozent. Allerdings hatte jeder Dritte nicht abgestimmt: Es gab ja nur diesen einen Bewerber.

Ein Präsident des Volkes wolle er sein, sagte Sarkozy, jenseits von links, Mitte oder rechts; und dazu schien ihm ein Thema offenbar richtig und wichtig: Er werde immer ein überzeugter Europäer sein, sagte er; aber dazu gehöre auch die Freiheit zu sagen, dass Europa sich Grenzen geben müsse; dass nicht alle Länder der Welt dazugehören könnten – angefangen mit der Türkei, die in der Europäischen Union keinen Platz habe.

Ein weiteres Gebiet also, auf dem sich der derzeitige Innenminister Sarkozy durch einen harten Kurs auszeichnen will. Andernorts war am gleichen Tag das Kontrastprogramm zu bewundern: Sarkozys Hauptgegnerin, die Sozialistin Ségolène Royal, bevorzugte die ländliche Idylle ihrer Heimatregion, deren Präsidentin sie auch ist. Zur Wahl von Sarkozy wollte sie dort nichts sagen: Sie sei einfach nur für ein erfolgreiches Frankreich, das klug sei und vorwärtsgewandt.

Es gibt auch noch weitere Kandidaten für die Präsidentenwahl in gut drei Monaten: Die jetzigen Umfragen zeigen aber, dass sich zunächst Sarkozy und Royal durchsetzen würden. Beide müssten dann in eine Stichwahl – einen eindeutigen Favoriten gibt es nach derzeitigem Stand nicht.