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Erneut russischer Wehrpflichtiger misshandelt?

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Erneut russischer Wehrpflichtiger misshandelt?

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Für die Angehörigen ist der Fall klar: Der russische Wehrpflichtige Roman Rudakow wurde in der Armee misshandelt. Deshalb muss er jetzt auf der Intensivstation eines Krankenhauses in St. Petersburg medizinisch behandelt werden. Sie fürchten um das Leben des 20-Jährigen. Die Behörden sehen das anders. Nach Angaben des Militärs leidet der Rekrut unter einer Blutkrankheit, im Dienst misshandelt worden sei er keinesfalls. Die Polizei beendete die Demonstration vor dem Krankenhaus. Sie passt nicht in das Bild, das Verteidigungsminister Sergeij Iwanow von der Armee zu zeichnen sucht: Die Militär-Ärzte täten alles, um das Leben des jungen Mannes zu retten, er betone jedoch, dass der Fall keinerlei Diziplinarmaßnahmen oder juristische Schritte erfordere. Mit einer landesweiten Kampagne will das Verteidigungsministerium das Image der Armee aufpolieren. Misshandlungen und Demütigungen von Rekruten mit gelegentlicher Todesfolge sind nicht neu in der russischen Armee. Anfang vergangenen Jahres sorgte der Fall des 19-Jährigen Wehrpflichtigen Andreij Sychyow für Aufsehen. Nach offensichtlichen Misshandlungen mussten ihm Beine und Genitalien amputiert werden. Allein im Jahr 2005 gab es in der russischen Armee 276 Selbstmorde.