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FRühsommer im Januar

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FRühsommer im Januar

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So sieht es derzeit in den meisten europäischen Wintersportgebieten aus. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt – oder noch höher – sind 60 Prozent der Pisten in den deutschen und österreichischen Skigebieten unbenutzbar. Hier in Österreich versucht man es mit Schneekanonen. Die Bergbewohner der Hohen Tatra in Südpolen, die Goralen, treffen sich zu Bittgottesdiensten.

Nichts ist mit Winterruhe der Natur. Die Bären im Zoo von Sankt Petersburg finden bei soviel Wärme keinen Schlaf. Der Temperaturwandel bringt ihren Bio-Rhytmus völlig durcheinander. Dazu meint der Meteologe von der Petersburger Universität, die ermittelten Fakten zeigen eine enorm schnelle Erwärmung, was wiederum auf die Mitverantwortung des Menschen für die Entwicklung hinweist.

Wir haben Januar – tiefsten Winter – und in Griechenland sprießen bei früh-sommerlichen 20 Grad Celsius die Blüten. Im Dezember lag dort die Niederschlagsmenge 20-mal niedriger als in normalen Jahren. Wie die Flora reagiert auch die Fauna – Zugvögel sind entweder schon wieder da – oder in einigen Regionen gar nicht erst bis in ihre traditionellen afrikanischen Winterquartiere geflogen.

Die Veränderungen seinen auch in Hydrotopen – also Lebensgemeinschaften im Wasser – zu beobachten. Nicht nur an Lebewesen sondern an auch an der Lebensumwelt, betont der griechische Wissenschaftler Christos Zerefos. Plötzlich tauchen in nördlichen Gefilden Fische auf, die man eigentlich nur aus den wärmeren südlichen Meeren kennt. Fischerei und Landwirtschaft sehen sich veränderten Produktionsbedingungen gegenüber.

Und der Schnee? Doch, den gibt es auch noch auf unserer Erde. Nur eben dort, wo man ihr zu dieser Jahreszeit überhaupt nicht erwartet hätte. In Kalifornien hängen plötzlich Eiszapfen an den Organgenbäumen… und Gouverneur Schwarzenegger muss für seinen Sonnenstaat den Kältenotstand ausrufen. Was also tun?

Wir wissen, dass das Problem zum großen Teil Menschengemacht ist – als kann auch nur verantwortungsbewußtes menschliches Handeln Abhilfe schaffen. Für den neuen UN-Generalsekretär hat das Umweltproblem Priorität.