Eilmeldung

Eilmeldung

Französischer Wahlkampf mit unfeinen Mitteln

Sie lesen gerade:

Französischer Wahlkampf mit unfeinen Mitteln

Schriftgrösse Aa Aa

Gut drei Monate vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich wird der Wahlkampf von zunehmenden Seitenhieben begleitet. Die sozialistische Kandidatin Ségolène Royal und ihr Lebenspartner, Parteichef François Hollande, sahen sich der Kritik ausgesetzt, die Vermögensteuer zu umgehen. Die mehrfache Immobilienmiteigentümerin Royal hatte am Dienstag ihre Vermögensverhältnisse offen gelegt.

Dadurch könnten in Zukunft Unterstellungen vermieden werden, erklärte die PS-Kandidatin. Sie zeigte sich empört über die – so wörtlich – schmutzigen Methoden der konservativen Regierungspartei UMP und bezeichnete die millionenfach im Internet verbreiteten Vorwürfe der Steuerhinterziehung als Lüge.

Ein UMP-Abgeordneter im näheren Umfeld von des konservativen Präsidentschaftsanwärters Nicolas Sarkozy hatte eine Website zitiert, auf der Hollande und Royal beschuldigt werden, eine Immobilienfirma zu nutzen, um Vermögenssteuer zu hinterziehen. Parteichef Hollande hatte am Dienstag Klage wegen Verleumdung eingereicht.

Nach Angaben seiner Wahlkampf-Sprecherin unterliegt auch Royals konservativer Konkurrent seit einem Jahr der Vermögenssteuer. In der Wählergunst liegt Sarkozy jüngsten Umfragen zufolge mit 30 Prozent knapp vor Royal mit 29 Prozent der Stimmen.